Planung mit Durchblick


27.02.2018Von Uwe Jörk

Warum ein Leitstand für kleine und mittelgroße Produktionsunternehmen wichtig ist! Reduzierung von kostenintensiven Rüst-, Warte- und Liegezeiten durch sinnvolle Reihenfolgeplanung.

Planung mit Durchblick

Durch Digitalisierung und Globalisierung ist der Wettbewerb härter geworden, auch für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU). Der Effizienzdruck ist enorm. Daher ist es notwendig, seine Betriebsabläufe ständig zu verschlanken und – wo immer möglich – zu automatisieren. Dies ist das Feld von Advanced Planning and Scheduling-Systemen (APS-Systemen). Dabei handelt es sich um eine modular aufgebaute Planungsunterstützungssoftware, die eine Erweiterung zu Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP-Systemen bzw. Unternehmenslösungen) bietet. Es unterstützt dabei primär das Supply Chain Management, indem es fortgeschrittene Methoden der Planung und Terminierung von unternehmensübergreifenden Produktionsprozessen zulässt.

Wachstumsmarkt

Das Angebot solcher Software-Systeme zur Unterstützung unternehmensübergreifender Planungs- und Durchführungsaufgaben in den Unternehmen hat in den letzten Jahren zugenommen und der Markt wird als weiterwachsend (jährlich um 10–20 %) eingeschätzt. ERP-Systeme verstehen sich dabei nicht nur als klassische Warenwirtschaft. ERP stellt vielmehr den Dreh- und Angelpunkt praktisch aller operativen Unternehmensprozesse dar, von der Materialwirtschaft, der Produktionsplanung und -steuerung über Finanz- und Rechnungswesen, dem Controlling und der Personalwirtschaft bis hin zu Marketing und Verkauf.

Dieser umfassende Ansatz klingt zuerst nach einer komplexen Lösung für Großunternehmen. Aber das täuscht. ERP- und APS-Systeme sind auch für den Mittelstand von großer Bedeutung. Schon Unternehmen mit einstelliger Mitarbeiterzahl können mithilfe dieser Systeme deutlich an Produktivität und Flexibilität gewinnen und den Weg zur lean production öffnen. Hierfür eignen sich speziell auf den Mittelstand zugeschnittene Lösungen.

Viele Vorteile für den Mittelstand

Auch Mittelständler müssen die Abläufe in Ihrem Betrieb schnell überblicken können. Dafür eignet sich z.B. ein Leitstand, mit dessen Hilfe Abläufe in vertrieblicher Vorplanung, Fertigung und Materialdisposition geplant und gesteuert werden können. Transparente, einheitliche und rollenorientierte Prozesse erhöhen die Flexibilität und Skalierbarkeit. Dadurch werden folgende Erfolge erst möglich:

  • Kontrolle über Fertigung und Disposition
  • Transparenz in der Produktion: Status aller Aufträge, Engpässe, Wartezeiten und Ursachen
  • Schnelle Antwort auf Kundenanfragen
  • visualisierte Fertigungsprozesse und Abhängigkeiten untereinander in einem Leitstand
  • Beachtung von Mitarbeiterqualifikationen in der Fertigungsplanung
  • Werkzeugplanung und Predictive Maintenance
  • betriebsweite Konsequenzen von Planungsaktionen durch multikriterielle Kapazitätsplanung
  • Reduzierung von kostenintensiven Rüst-, Warte- und Liegezeiten durch sinnvolle Reihenfolgeplanung
  • Reduzierung von kapitalbindende Zwischenlagerungen
  • Größere Liquidität
  • Gerade KMU haben oft ein dünneres finanzielles Polster als Konzerne. Daher ist es für sie essenziell, stets einen Gesamtüberblick über das Unternehmen zu haben und ressourcenoptimiert zu planen.

Excel mit Grenzen in komplexen Zusammenhängen

Nach wie vor spielen in vielen KMU Tabellenkalkulationen wie Microsoft Excel eine große Rolle in der Planung. So flexibel und beliebt diese Alleskönner auch sind: Von der Leistungsfähigkeit eines modernen APS sind sie meilenweit entfernt. Wechselt ein „Excel-basiertes“ Unternehmen auf ein APS-System, ist die Umgewöhnung oftmals groß und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern anfangs gering. Aber der Umstieg zahlt sich aus, denn der Effizienzgewinn ist in diesem Fall sehr hoch. Deshalb sollte man bedenken: Der Wechsel auf ein APS oder ein integriertes ERP und APS fällt kleinen Unternehmen leichter als größeren.

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Ein Beispiel

Wenn ein Auftrag vorgezogen wird und er einem anderen Auftrag das Material entzieht, verschiebt der Leitstand des APS Systems den „dadurch beschnittenen Auftrag“ automatisch auf einen Zeitpunkt nach der nächsten Materiallieferung.
Darüber hinaus arbeitet ein integrierter Leitstand grundlegend anders als ein einzelnes ERP-System: In ihm ist letztlich die gesamte Realität eines Produktionsbetriebes abgebildet, er kennt die Ressourcen, die Regeln sowie die Alternativen und er kann optimieren: Wenn ein Artikel nicht in der Nachtschicht gefahren werden darf, weil sonst mit erhöhtem Ausschuss gerechnet werden müsste, dann plant er das nicht ein. Und wenn sich kurzfristig günstigere Alternativen ergeben, realisiert er sie. Die Kopplung von Fertigungsplanung und Materialbewirtschaftung erlaubt es auch, die Bestellvorschläge an die konkret geplanten Fertigungsaufträge anzupassen. Eine Effizienzsteigerung um 30 Prozent ist damit keine Seltenheit.

Fazit: Das zahlt sich aus!

Schlussendlich: Der Aufwand, den ein ERP-APS Projekt mit sich bringt, macht sich bezahlt: schnellere Durchlaufzeiten, schlanke Prozesse und vor allem eine verbesserte Datengrundlage für fundierte Geschäftsentscheidungen sind das Ergebnis. Unternehmen werden so auf Dauer zukunftsfähig und können von weiterem Wachstum profitieren.