PCT Artikelforecast für Sage 100 Revision 48 · 09/2026¶
Der PCT Artikelforecast zeigt in der Sage-Auskunft Dispositionsbestand für jeden Artikel, was seinen Bestand in Zukunft verändern wird — aus allen Quellen, ständig aktuell, mit dem ersten Engpass als Datum, mit Farben und Symbolen, und mit einem Rechtsklick in jeden Beleg. Für die Fertigung erzeugt er Produktionsvorschläge auf Knopfdruck.
Wo Sie den Forecast finden¶
Es gibt keinen neuen Menüpunkt für die Anzeige. Der Forecast erweitert die Sage-Auskunft Warenwirtschaft → Auskünfte → Artikel und Dokumente → Dispositionsbestand, die Sie auch aus dem Artikelstamm (Optionen → Dispobestand), der Belegerfassung (Feld „Verfügbar") und der Lagerauskunft erreichen.
Die Maske hat zwei Bereiche:
| Bereich | Was Sie sehen |
|---|---|
| oben: Artikelliste | alle Artikel mit Kennzahlen (1. Unterdeckung, Minbestand, Endbestand, Zuständigkeit EK/PPS/VK) und fünf fertigen Ansichten → Artikelliste |
| unten: Register | Forecast (die Zukunft, Zeile für Zeile), Lagerbestand (heute je Lagerplatz), Verlauf (die Vergangenheit mit Charge und Seriennummer) |
Dazu zwei Knöpfe über der Artikelliste: FC Dispostapel PPS legt aus den Unterdeckungen einen Produktionsdispostapel an, FC Vollaufbau rechnet den ganzen Forecast neu → PPS-Dispostapel erzeugen.
Was in den Forecast eingeht¶
Sage rechnet im Standard nur mit Verkaufsaufträgen, Bestellungen und Fertigungsaufträgen. Der Forecast führt alles zusammen, was den Bestand verändern wird:
- Verkaufsaufträge
- Materialbedarf eingelasteter Fertigungsaufträge
- Meldebestände
- Planzahlen und Restmengen aus Verkaufs-Rahmenverträgen
- Absatzpläne, auch Szenarien: reale Aufträge verbrauchen die Planzahl, statt zusätzlichen Bedarf zu erzeugen
- Lagerabgänge aus Umlagerungs-Belegarten
- Bestellungen, mit Stand der Terminklärung
- Fertigungsaufträge als Erzeugnis, auch noch nicht eingeplante
- Vorplanung von Fertigungsbaugruppen (Vorbaustufen) aus GanttPlan-Szenarien; reale Fertigungsaufträge brauchen sie auf
- Planzahlen und Restmengen aus Einkaufs-Rahmenverträgen
- Bestell- und Produktionsvorschläge aus Sages Dispostapeln
- Rücklauf und Verschnitt aus Fertigungsaufträgen
- Lagerzugänge aus Umlagerungs-Belegarten
- Lagerbestand der Forecast-Lager
- gesperrter Bestand als eigene Zeile
- Fremdfertiger- und Kommissionsbestände getrennt in der Artikelliste
Quellen, die es bei Ihnen nicht gibt, bleiben ausgeschaltet → Einstellungen.
Wie der Forecast rechnet¶
- Für jeden Artikel und jede Ausprägung wird der heutige Bestand als erste Zeile gesetzt.
- Alle künftigen Bewegungen werden nach Termin sortiert; je Zeile steht die Menge mit Vorzeichen und der Bestand danach.
- Daraus entstehen die Kennzahlen der Artikelliste: der tiefste Punkt (Minbestand), der Stand am Ende (Endbestand), das Datum, an dem der Bestand erstmals negativ wird (1. Unterdeckung) und die Reichweite in Tagen.
- Das alles läuft im Hintergrund, alle paar Sekunden, nur für Artikel, an denen sich etwas geändert hat → Aktualisierung und Betrieb.
Sie aktualisieren nur die AD Liste
Niemand startet einen Dispolauf, niemand räumt Stapel auf, niemand wartet bis morgen. Eine Änderung im Beleg steht nach Sekunden im Forecast.
Was sich nicht ändert¶
- Kein neues Programm, kein neuer Menüpunkt. Der Forecast sitzt in der Sage-Auskunft „Dispositionsbestand", die Sie aus Artikelstamm, Belegerfassung und Regiezentrum kennen.
- Keine Änderung an Ihren Abläufen. Bestellungen, Fertigungsaufträge, Rahmenverträge und Absatzpläne erfassen Sie weiter wie bisher. Der Forecast liest nur mit.
- Kein Eingriff in den Sage-Standard. Sage-Updates laufen wie gewohnt.
- Nichts, was Sie nicht brauchen. Quellen, die es bei Ihnen nicht gibt, bleiben aus.
Was tut der Forecast nicht?¶
Er plant keinen Absatz, rechnet Planmengen noch nicht bis zum Rohmaterial herunter und ordnet Bestellungen nicht einzelnen Aufträgen zu. Das ist als Erweiterung geplant.
- Absatz planen: Absatzpläne erfassen Sie im Sage-Zusatzpaket. Der Forecast zeigt sie und rechnet reale Aufträge dagegen.
- Planmengen bis zum Rohmaterial: Absatzpläne und Planzahlen stehen auf der Ebene des geplanten Artikels. Material erscheint, sobald ein Fertigungsauftrag oder ein GanttPlan-Szenario da ist.
- Bestellung je Auftrag: Der Forecast rechnet den Bestand chronologisch, ohne festzulegen, welche Bestellung welchen Auftrag deckt.
Vorher und nachher¶
| Situation | Heute mit Sage | Mit dem Forecast |
|---|---|---|
| Der Einkäufer will wissen, was als Erstes fehlt | Dispolauf starten (nachts), Stapel durchsehen, oder Excel | Ansicht „Beplant (EK)" öffnen, nach „Reichweite" sortieren. Fertig. |
| Ein Rahmenvertrag über 10.000 Stück bis Dezember | unsichtbar, bis Abrufe da sind | steht als Planzahlen und Restmenge im Forecast, mit Datum |
| Der Vertrieb plant 500 Stück mehr fürs nächste Quartal | Absatzplan erfassen, Bedarf berechnen lassen, in Dispostapel übertragen | steht nach dem Speichern nach Sekunden im Forecast; jeder Auftrag, der dann eingeht, verbraucht die Planzahl, statt doppelt zu zählen |
| Ein Lieferant verschiebt einen Termin | Bestellung ändern, nächsten Dispolauf abwarten | Bestellung ändern, aktualisieren, der Engpass wandert mit |
| Die Fertigung braucht Vorschläge, was gefertigt werden muss | Produktionsdispolauf starten (sperrt alle anderen), Stapel prüfen | Knopf „FC Dispostapel PPS" in der Artikelliste: der Stapel entsteht in Sekunden aus den Unterdeckungen, mit Einlastung und Terminierung nach Wahl |
| Ein Kunde fragt, ob Sie liefern können | Stückliste auflösen, je Teil den Dispobestand öffnen | Kundennamen in „VK Baugruppen" filtern, nur Unterdeckungen zeigen |
| Ein Auftrag geht nicht raus, Bestand ist aber da | im Lager nachfragen | Register „Lagerbestand": Inventursperre, Sperrlager, Kommission stehen da |
| Reklamation: welche Charge ging wann an welchen Kunden, woher kam die Seriennummer? | Bestandsauskunft, Lagerbuchungen, Chargenauskunft, dann den Beleg suchen | Register „Verlauf": Charge oder Seriennummer in den Filter, Beleg per Rechtsklick |
| Die Geschäftsführung fragt nach Überbeständen | Auswertung bauen | Spalte „Endbestand", absteigend sortieren |
| Zahlen sind von gestern Abend | normal | alle paar Sekunden neu, nur für geänderte Artikel |
Für wen¶
| Abteilung | Nutzen | Einstieg |
|---|---|---|
| Einkauf | sieht, wie viele Tage jeder Artikel noch reicht und welche Bestellung noch nicht bestätigt ist | Ansicht „Beplant (EK)", Spalte „Reichweite" |
| Fertigung | sieht Materialengpässe vor dem Materialabruf und erzeugt Produktionsvorschläge per Knopfdruck | Ansicht „Beplant (PPS)" |
| Vertrieb | sieht je Kunde und Baugruppe, was gefährdet ist | Ansicht „Beplant (VK)", Spalte „VK Baugruppen" |
| Planung | prüft die Wirkung einer verschobenen Planzahl in Sekunden | Register „Forecast", Rechtsklick „Rahmenstamm" |
Eher ja, wenn mindestens eines zutrifft: Sie haben Rahmenverträge oder eine Absatzplanung und wollen sie im Bestand sehen. Sie fertigen mehrstufig und wollen wissen, welches Teil welchen Kundenauftrag gefährdet. Bei Ihnen läuft der Dispolauf nachts oder unregelmäßig, und tagsüber arbeitet jemand mit Excel. Engpässe fallen auf, wenn sie da sind, nicht sechs Wochen vorher.
Eher nein, wenn Sie reiner Handel sind, ohne Fertigung, Rahmenverträge und Absatzplanung, und der Sage-Dispositionsbestand Ihnen reicht; wenn Sie wenige hundert Artikel haben und Engpässe im Kopf haben; oder wenn Sie SQL Server Express einsetzen und nicht wechseln wollen.
Hilfe aus Sage: Strg+Umschalt+H
In den Registern Forecast, Lagerbestand und Verlauf öffnet Strg+Umschalt+H die Seite zu genau diesem Register (ab Revision 44); derselbe Aufruf steht im Rechtsklick-Menü als „PCT Onlinehilfe". In der Artikelliste oben gibt es denselben Eintrag, er führt zur Seite Artikelliste. Im Sage 100 Smart Client gibt es nur den Menüeintrag, Tastenkürzel unterstützt Sage dort nicht.
Weiter: Arbeiten mit dem Forecast.